Montag, 14. Mai 2007

Dancing in the Clouds at Potsdamerplatz 1 Berlin Gallery U-Bahnschacht 3 2005 / 06



Dancing in the Clouds
An installation by Barbara Streiff, 2005 – 2006 at the International Exhibition in the Blacklight Gallery, Potsdamerplatz 1, Berlin, in the U3 Bahnhof & Tunnel - next to the former Nazi headquarters and remains of the Berlin wall.

Here in the historic city of Berlin, where the terrible events of World War II were planned and carried out, a universal cloud, full of light, has been painted on an underground ceiling. Everyone is invited to swing with their own story under the cloud in awareness of the past events.

The painting of the cloud on the ceiling is supplemented by a communicative installation. A long white cloth hangs from the ceiling creating swings, where every man, woman and child visiting the exhibition is free to sit and swing in the clouds with their own personal story and experience inner relaxation and new perceptions.


Background

Since my childhood, I have observed symbols found in nature. (See www.alpswissart.ch – biographical workbook: Aion, the primordial nature symbols.) I often looked at the clouds in order to read their stories – whether it be my own projected soul pictures or a means to give form to my intuition. Before I had to make important decisions, I sat in a forest clearing in order to find the answer to my many questions in the clouds. While watching the movement and play of clouds over a longer time, I could see entire stories. Often these involved figures from ancient worlds who talked to me. As a child, I spent much of my time alone meditating for hours in an old vineyard or in the forest. One of my practices was to sit still for so long that I became one with nature – until the little birds ate seeds out of my hand. It was in this state of wholeness that I could then read the clouds.

In my encounters with other cultures, a fortune-teller from India once told me that all his knowledge found in the Book of Universal Knowledge - which tells the story of humanity - can be read in the clouds.

The Druids went to springs in secret hallowed places and foretold future events by reading the visions that appeared in reflections on the surface of the water. Later it was the Celts who, during the preparation of special smoking herbs, chose a person to foretell the future by reading reflections of the clouds on the water held in silver bowls.

The clouds have many faces and there are new stories each day. Every person who is not confined to a room is free to watch and read the clouds. They are a culture and religion-bridging phenomenon that all people in the world perceive. Everyone can put aside their daily life and dip into the universal knowledge in order to sense the meaning of life and be free for a moment. In a playful way, I am trying to impart that knowledge to the people and, by means of the activity involved in the installation, give them a chance to experience their own state of being while swinging and dancing in the clouds.

The installation consists of a cloud, approx. 7x7 m painted on the ceiling using white, red, yellow and blue luminescent paint. White cloth (50 m), suspended from the ceiling on hooks, is hung to float freely and forms three swings, each wide enough for two people.

Sonntag, 13. Mai 2007

Kommunikatives Artprojekt von Alpswissart 2005-07


Installation mit Bildern „ die Vielfalt des Seins".
Geschaffen von Künstlern der Region Glarus, welche mit Barbara Streiff zusammen arbeiten, die Kunstschule besuchen, oder im regen Austausch sind.

Es gibt so viele Welten, wie es Menschen gibt. Dieser Spruch erstaunt im ersten Moment, bewahrheitet sich spätestens dann im Dialog, wenn zu einem Thema frei diskutiert wird.
Jeder Mensch hat seine Individualität, wird mit eigenen Gefühlen und Träumen geboren, von der Familie und Umwelt, dem Ort seiner Geburt geprägt, später durch Religion und Kultur moralisiert und in der Gemeinschaft zu einem sozialen Wesen erzogen. Dies ist ein Versuch sich im visuellen experimentellen Austausch miteinander weiter zu entwickeln.
Das Material steht zur Verfügung. Rote, gelbe und blaue Acrylfarbe mit Wasser verdünnt, je in einem Spritzer vorbereitet.
Wasser in einer Spritzflasche. Plastik, der am Boden liegt um darauf zu arbeiten.
Ein Blatt weisses, festes Papier 460 x 640 mit leicht glänzender Beschichtung.
Spraydosen mit Signalfarbe Gelb und Orange, sowie ein Leuchtspray.
Jeder arbeitet im gleichen Ritual.
Zuerst wird etwas Wasser auf das Blatt gespritzt., danach Gelb mit dem Spritzer, soviel und wo, jeder nach eigenem Farb und Formgefühl.
Nach dem Gelb wird das Rot aufgespritzt und dann zuletzt das Blau. Jeder gestaltet nun mit dem Aufspritzen der Farbe eine eigenes abstraktes, expressives Bild, solange bis für ihn die Gestaltung stimmt, zuletzt mit den fluoreszierenden Leuchtfarben weitergestaltet und mit dem neutralen Leuchtspray abgeschlossen.
Das Konzept der Gestaltung habe ich bewusst vorgegeben, damit bei dieser Installation eine Einheit entsteht und somit die Vielfalt der Verschiedenartigkeit bei äusserlich und praktisch gleicher Ausführung eines vorgegebenen Prozesses in Technik und Material, nur in der Art und Weise der Bewegung, bewusster Farb und Formwahl, sowie der Individualität des Einzelnen zur Geltung kommt.
Wir waren bei der Durchführung, der Realisierung des Projektes im Atelier selbst erstaunt, wie Vielfältig und verschieden unsere Arbeiten ausfielen. Es war für die Meisten das Erstemal, dass Sie sich in einer solch modernen, abstrakten und expressiven Art und Weise ausdrückten. Der Arbeitsprozess sprach an, da die Farben sich interessant vermischten und gestalterisch attraktive Bildgestaltungen entstanden. Die Farb und Formgestaltung wurde spontan und trotzdem bewusst ausgeführt. Jeder Beteiligte freut sich darauf mehr solche Bilder zu kreieren und daraus Neues entstehen zu lassen.
Intuitive abstrakte Malerei in Tachismus ausgeführt. Alle entstandenen Bilder werden am Boden zu einer spiralförmigen Installation, später Labyrinth ausgelegt, welche die Evolution darstellt.

Internationale Ausstellung in der Blacklight Art Gallery Berlin

Besuch in der Blacklight Art Gallery in Berlin am 10.11.05

Die grösste und eindrücklichste Ausstellung, welche ich in letzte Zeit gesehen habe, ist im Berliner Untergrund Potsdamer Platz 1 U-Bahnschacht 3 bis zum Januar 2006 zu besichtigen.

Text von Barbara Streiff www.alpswissart.ch

Beim Eingang, da wo der Weg der kalten und anonymen Welt der moderngesteilten U-Bahnstation zur Blacklight Gallery abrupt endet, wirst Du vom gemalten geistigen Fluss, der Arbeit von der Kuratorin Sofia Camargo selbst empfangen. Daneben stehen auf den Treppen des Aufgangs hingestellt von den jungen Frauen in der Billetstation zur Ausstellung, brennende Kerzen. Verschiedene Bilder in der Technik der Schwarz Licht Kunst ausgeführt, beim Aufgang platziert , erleichtern jedem Besucher die Einführung zu diesem speziellen Kunstschaffen. Oben angekommen entfaltet sich beim Durchschreiten der Tür ein Raum der Unendlichkeit. Eine gemütliche und praktisch eingerichtete Bar lädt zum verweilen ein, dies ist von Wichtigkeit da die Ausstellung mindestens 2-3 Stunden Zeit braucht, um im Wesentlichen erfasst zu werden. Da die Vielfalt der Aussteller aus aller Welt, noch vom zukunftsorientierten Schaffen und sich steigernder Originalität der Werke übertroffen wird, ist es ratsam sich einer Führung anzuschliessen. In der Thematik und dem Ausdruck der Werke kann jeder die Vergangenheitsbewältigung, Erdheilung, Völkerverbindung erkennen. Seien dies die sorgfältig geschneiderten und aus vielen kleinen Stücken zusammengenähten, übergrossen mit Gas aufgeblasenen Babys von Max Streicher, welche sich eher hilflos vor dem ehemaligen Führer Bunker bewegen, oder der Versuch von Eun Sook Lee aus Korea, neben der abgebrochenen Mauer ein Haus zu bauen. Völkerverbindend da wo Parallelen in den geografisch verschiedenen Orten zeitlich verschoben, jedoch nahezu wiederholt auf zu finden sind. Die heutigen politischen Probleme von Süd und Nordkorea werden im Werk der Koreanerin wortlos mit dem alten Geschehen in Berlin in Verbindung gebracht werden. Wortlos ist die Ausstellung und lebt nur von Eindrücken, oft fehlt der Kontext zum Schaffen. Die anwesenden Kunstschaffenden, welche in der Ausstellung selbst Werke entstehen lassen, stellen sich gerne für nähere Auskunft und Einsicht in das Werk zur Verfügung. Ueberwältigt von der Vielseitigkeit und voll von den Eindrücken der tiefgreifenden Thematik der Werke laden viele gemütlich eingerichtete Sitzplätze zum Entspannen ein. Bei diesem Prozess des Ausruhens wirkt der U-Bahnschacht wie ein meditativer Raum und es beginnt fast automatisch eine kommunikative Integration.Vom Raum mit musikalischer Installation, über das Haus welches von Kindern bemalt wurde, bis zum gemalten Tempel mit 4 hängenden Bildern von Innen beleuchtet von einer 74 jährigen Künstlerin geschaffen, ist jedes Alter vertreten. Gemeinsam sind jedoch die Eigenständigkeit, Originalität und technische Perfektion, sprich Vollendung der Werke. Es ist heutzutage eine Seltenheit, bei soviel Aussage und Internationaler Anerkennung auch noch handwerkliche Fertigkeit vorzufinden. Bei jedem Schritt wartet eine visuelle Ueberraschung, bereit entdeckt zu werden. Sei dies die geheimnisvolle Stadt aus Styropor gebaut in einem Schacht eingebetet,
oder die leuchtenden Teppiche zum Thema Obdachloser so ein gerollt und in einer Ecke unauffällig installiert, als würde ein Mensch darin schlafen. Neben visuellem Vergnügen, wie die von Almyra Weigel aus Leimschnüren mit der Pistole gewobenen hängende Installation, an Kleidern orientierte Skulpturen, welche nahezu den oberen Raum füllen und beim ersten Eindruck als Glanzstücke dominieren, hat es auch sehr problematisch und abstossende Installationen. Das Werk Afrika der Kontinent als menschliches Wesen dargestellt, welcher von all den Hilfswerken gefixt wird und hilflos ans Spitalbett gefesselt am verwesen ist, regt die Gefühle eher von der abstossenden Seite an. Wohl als Aufruf gedacht sich endlich ernsthaft mit diesem aktuellen Problem aus einander zu setzen. Im vorderen Teil der Ausstellung nahe dem Eingang, ist eine halbierte und versteckte Arbeit der Schweizer Künstlerin Ruth Handschin, welche in Berlin lebt zu finden. Sie hat aus der Herbarium Sammlung, all den früher hier wachsenden Pflanzenarten im Schacht, der im Untergrund noch vorhandenen Mauer, mit Lichtprojektion eine Art Memoiren gestaltet um auf die Zerstörung der Umwelt aufmerksam zu machen. Säulen mit Lichtfarbe in Realismus und Fantasie bemalt werden zu lichtvollen Erscheinungen.

Kleider aus allen Epochen an Bügeln aufgehängt und mit Augen bedruckt, klären über die Bedeutung des Sehens und Gesehen werden auf. Diaprojektionen an der Decke mit stetig wechselnden Anlitzen,

Perserteppiche auf den Boden projiziert mit schwimmenden Fischen, Altare mit gemalten Glasfenstern die an die Werke von Chagall erinnern. Es gibt nicht was es nicht gibt. Da diese spezielle Nonprofit Ausstellung ein für Jedermann, Frau und Kind bereicherndes Erlebnis sein wird, rate ich Euch an dieses visuelle Ereignis unbedingt zu besuchen.